Wie die Preise für Hundewelpen entstehen
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Was kostet ein Rassehundewelpe vom seriösen Hundezüchter?

Welpenpreise verständlich erklärt...

"Was kostet denn bei Ihnen der Hund?..."

So oder ähnlich beginnen hier täglich ungezählte Anrufe von Welpen-Interessenten...

Oft wird diese Frage gestellt,

- ohne eine der üblichen Begrüßungsformeln,

- ohne anzugeben, welchem Hund wir das Interesse des Anrufers verdanken können,

- ohne uns irgendeinen Grund zu gewähren, warum wir einen unserer Welpen gerade an diesen Anrufer verkaufen sollten,

- ohne zu hinterfragen, welcher Art die Sozialisierung des Welpen, die Imunisierung des Hundewelpen oder gar der Elterntiere ist,

- ...

-!!ironie on!!-

Nun, solche Art der Welpenanfragen mögen natürlich alle Hundezüchter am Liebsten, oder?

-!!ironie off!!-

Die Zuchthündin, d.h. nicht irgendeine Hündin, sondern eine überdurchschnittlich rassetypische, hervorragend sozialisierte und aussichtsreiche Hündin fanden Sie nach entsprechend zeitaufwändiger und intensiver Recherche im Internet. Oh, die Entfernung... - Nun 1000km, aber egal, man will ja eine der besten Hündinnen haben.

Stellen Sie sich mal für zwei Minuten vor, Sie waeren Hundezüchter und würden, wie die meisten Hundezüchter auch, alles für Ihre Hündin tun, um sicherzustellen, dass sie wohlauf, bestens genährt und vor Gesundheit strotzend den nächsten Tag begrüssen kann. Und das tun Sie, wie die meisten Hundezüchter auch, tagtäglich. Tagaus, Tagein, Feiertags, Sonntags und auch, wenn Ihre Kollegen Ansichtskarten mit den besten Urlaubsgrüssen senden. Sie besuchten Hundezüchterseminare, Sie lasen jedes erreichbare Buch zum Thema Hundezucht, Sie sprachen mit Züchterkollegen, traten einem Hundezüchterverein bei, Sie kauften sich ein für die Hundezucht passendes Grundstück, Sie bauten eine Futterküche, Sie richteten einen Hundezwinger her, Sie machten das Grundstück hundesicher, Sie haben mehrere Zuchtausstellungen besucht, ....

Sie haben bis hierher wohl Alles richtig gemacht, denn Ihre Hündin wird von den Zuchtrichtern oder vom Tierarzt (das ist unterschiedlich von Verein zu Verein) für zuchttauglich befunden.

Sie fahren, nachdem Sie oft monatelang recherchierten und auf die nächste Hitze warteten, zunächst, wie viele Hundezüchter auch, bis zu 1000 km zum bestgeeignetesten Deckrüden mit Ihrer Hündin. Sie hoffen, dass die Hündin den Rüden mag und aufnahmebereit ist. Sie haben Glück und Ihre Hündin hat tatsächlich aufgenommen.

63 lange Tage wächst nun die Spannung in Ihnen. Sie sehen, wie sich Ihre Zuchthündin verändert. Sie achten nun noch mehr darauf, dass es Ihrer Zuchthündin bestens geht und es ihr an nichts fehlt...

Spätestens ab dem 60.Tag schlafen Sie, wie viele Hundezüchter auch, unruhig oder neben gar der Wurfkiste.

Sie werden nun beginnen, Ihren Nachwuchs zu veröffentlichen. Zeitungsanzeigen, Internetinserate etc.

12 Wochen lang werden Sie die Welpen durch viel Kontakt und Spiel sozialisieren. Das nimmt sehr viel Ihrer Zeit in Anspruch.

und dann:

Ruft endlich Jemand an, weil er im Internet oder in der Zeitung Ihre Anzeige fand. Der Anrufer hat dann jedoch nur diese eine Frage:

"Was kostet denn bei Ihnen der Hund?..."

 

Bei seriösen Züchtern in Deutschland, die nicht am Geld sparen beim Entwurmen, bei den Impfungen und der Sauberkeit / Desinfektion der Hunde, welche aber auch nicht vergessen, daß die Zuchttiere auch noch versorgt werden sollten, wenn die Zucht an ihre biologische Grenze stößt, sind die Preise sehr variabel aber durchschnittlich nicht unter 800,00 € angesiedelt.

Die Preise hängen aber auch nicht zuletzt davon ab, mit wieviel Abschreibungen die tierschutzgerechte Zwingeranlage, das Zuchthaus, - also die materiell technische Basis - jährlich zu Buche schlägt. Auch spielt das Hundefutter, das Welpenfutter, die durchschnittliche Wurfstärke, aber auch die Belegungshäufigkeit einer jeden Hündin eine preisbildende Rolle.

Der Preis wird weiterhin von der Antwort beeinflußt, ob der Deckrüde im eigenen Hause steht, oder ob Fremddecktaxen zu kalkulieren sind.

Ohne Werbebudget kann man wohl ein - fünf Welpen pro Jahr verkaufen. Sollen mehr Welpen verkauft werden, dürften hierfür nicht weniger als 80,00 € / Welpen in Ansatz gebracht werden.

Nicht zuletzt ist der Gesamtpreis von der Vereinszugehörigkeit abhängig! Hierbei spielt der VDH eine entscheidende Rolle: Hündinnen, welche im VDH zur Zucht verwendet werden sollen, unterliegen Kosten, von denen der VDH im Endeffekt seinen Wasserkopf bezahlt. Hier sei nur die Gebühr für die Wurfabnahme durch einen, in der Manier typischer Vetternwirtschaft, benannten, keineswegs, wie stets behauptet, "geprüften", Zuchtwart beispielgebend erwähnt. Weitere Gebührenabzockerei im VDH entnehmen interessierte Leser bitte dem VDH- Statut und den Statuten der wohl 161 Mitgliedsvereine und -clubs.

Das solche künstlichen Kosten nicht in dieser Höhe sein müssen, beweisen die vielen anderen, nicht unter dem "Dach" des VDH arbeitenden, Vereine und Verbände.

Keineswegs dürfen hier die Kosten für die tierärztliche Betreuung, welche durchaus erheblich ausfallen können, fehlen.

Es ist, nimmt man nun noch den Kostenblock eines gewerblichen Rassehundezüchters, welcher die Personal-, Energie-, Grundstücks-, KFZ-, Post-, Büro- und die Kosten der einfachen Zuchttierreproduktion und die anfallenden Abgaben, wie die Mehrwertsteuer, Grundstückssteuern, Einkommenssteuern hinzu, nicht möglich Rassehunde mit einer Gewinnabsicht, also der Absicht Profite zu realisieren, zu züchten.

Leute, welche etwas anderes behaupten, versuchen lediglich von der eigenen Profitgier (z.B. die VDH-Gebühren werden schließlich, ähnlich der vielen Mitgliedsbeiträge in sonstigen Vereinen und Verbänden, zum Profit einiger weniger Funktionäre) hierdurch abzulenken.

Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, daß ich die Meinung vertreten würde, alle Vereine und Verbände wären ausschließlich auf den Profit aus Spenden, Gebühren und Mitgliedsbeiträgen aus, aber wenn ich mir so manche als "Aufwandsentschädigung" oder "Sonstiges" deklarierte Ausgabe mal näher betrachten würde, bin ich überzeugt, so manche Unregelmäßigkeit aufzudecken.

Ich habe dies nur mal zur Diskussion stellen wollen, weil meines Erachtens nach die größten Schreihälse, von denen man solche Sprüche hört, wie `mit der kommerziellen Hundezucht sei sehr viel Profit zu machen` sind doch die Leute, welche von dem Dreck vor der eigenen Tür ablenken müssen, um die nächste Vorstandswahl zu überstehen. Oder haben diese Herren und Damen wirklich noch nichts von betriebswirtschaftlichem Rechnen gehört?

Fazit: wenn man in Deutschland kostendeckend und unter Berücksichtigung der Mindestanforderungen des Tierschutzes und der Ethik dem Tier gegenüber, Hunde züchten will, müßte ein Rassehundewelpe mindestens 1.000,00 € kosten.

Es gehört also `ne Menge Idealismus, Liebe zum Tier und natürlich auch die Bereitschaft, ein Leben ohne Urlaubzu leben, dazu, wenn man eine seriöse gewerbliche Rassehundezucht betreiben will. Ganz zu schweigen von den anderweitigen zusätzlichen Einnahmen, welche zu realisieren sind, bevor man an "Kostendeckung" oder gar "Profit" denken kann.

Wenn Sie sich also als Welpenkäufer Ihrer Verantwortung dem Welpen, aber auch der Mutterhündin gegenüber bewußt sind, werden Sie sicherlich die Preisfrage um ein paar Ränge in der Wichtung der Kaufentscheidungsgründe zurückstellen.

Werden Ihnen irgendwelche Welpen im Preis unter 500,00 € angeboten und diese als hier in Deutschland gezogene Rassehunde deklariert, dürfen Sie davon ausgehen, daß Sie betrogen werden sollen.

Allerdings ist der von Ihnen verlangte Kaufpreis (über 500,00 €) noch nicht die Garantie, daß es sich um einen seriösen Hundezüchter handelt.

Preise in der Höhe von 1.600,00 € und mehr sind nur gerechtfertigt, wenn es sich um einen zukünftigen Zuchthund bzw. Ausstellungshund handelt. Solche Tiere wiederum werden vorsichtshalber von seriösen Züchtern erst mit ca. 8 Monaten verkauft. Dies deshalb, da der Hund dann schon seine zweiten Zähne vorweisen kann und anatomische Defekte auch für den Laienzüchter und den Käufer nun sichtbar sind. (siehe auch hund.ch )

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